Am 27.03 2008 17:40 Uhr Alain und Alain (Iron und JupAl) kommen durchs Venn zu mir, durch 40 cm hohen Schnee, querfeldein, wahre Ultraläufer.

Ich wurde nervös, keiner der zugesagten Mitläufer war da, es hatten doch so viele zugesagt. Ja, ich mache mit, aber bei diesem Wetter? Der Schnee der letzten Tage war jetzt in kalten Regen übergegangen.

Am Mittwoch hatten wir noch 55 cm und immer noch Hoffnung auf Besserung der Lage. Ich beobachte alle Wetterinfos, hatte Kontakt zu Wetterstationen im Tal.

Aber 18:00 Uhr, alle waren da.

Die Übergabe des Wimpels, der aus Monaco kam, natürlich auf französisch von IRON der Mann der schon alles gemacht hat. Er lief durch die Wüste und kam heute aus dem Schnee.

Meinen ersten 100 km Lauf machte ich mit ihm mit einer halben Stunde Startverzögerung, doch heute drängte er mich: ich soll doch laufen es wäre schon 10 nach 6.

Ein kurzes: au revoir, und wir waren weg, eine große Truppe. Viele Ultraläufer, von jung bis noch jung (79 Jahre). Nach Nideggen, hoch auf die Burg sollte es gehen.

Im Hellen liefen wir durch die verschneite Landschaft und manches nette Gespräch wurde geführt. Es war lange außer gewöhnlich hell, denn der Schnee erhellte die Nacht. In einem ruhigen Tempo liefen wir in Richtung Simmerath durch die Dörfer, und hatten nach 11 km schon unsere erste Verpflegungsstelle bei Rosi und Heinz erreicht. Alles was das Herz eines Läufers begehrt, wurde angeboten. Nach einem kurzen Stopp ging es ins Kalltal. Hier wurde Jochen von seinem Sohn Florian und Sabine abgeholt. Florian wollte unbedingt den Wimpel sehen der diesen weiten Weg gemacht hat. Vielleicht ist das der Beginn einer Läuferkarriere? Nun wurde es Natur pur, durch das wunderschöne Kalltal ging es nach Simonskall. Hier nach ca. 25 km verließen uns Marita, Bernadette, Rosi, Heinz, Diethard. Jetzt wurde es ernst, denn jetzt zeigte sich wer trainiert hatte. Alberts längster Lauf 12 km. Pol ein sehr netter älterer Herr, ein wirklicher Ultrafreund und ständiger Begleiter, wenn es heißt länger laufen. Rolf ein Marathontrainierter, bei dem ich Angst hatte das wir zu langsam laufen würden, das sich aber nicht bestätigte, denn er war immer zu einem netten Gespräch bereit. Dunkel, so dunkel wie halt die Nacht ist, wenn kein fremdes Licht weit und breit zu sehen ist. Das Rauschen der Kall und immer wieder der Gedanke, schön dass ich nicht alleine bin, und es keine Wölfe mehr in der Eifel gibt. Eulen haben wir auf geschreckt und manches Reh, glaubte ich wenigstens gehört zuhaben.

Meine beiden Laufkameradinnen aus der LG Mützenich, Rita und Eva, sie waren auch immer noch dabei,  sie wollten es wissen. Oft vorne laufend, aber wer Rita kennt, weiß das, ich laufe langsam, das ist ihr Lieblingsspruch oder vielleicht nur Wunschdenken? Mestrenger Mühle hier hieß es aufpassen, der Weg war rutschig wir waren aber mit Lampen gut ausgerüstet. Wer uns da laufen gesehen hat, was denkt so einer? Besser, nichts, denn da kommt nicht viel Verständnis auf. Zerkall, wir sind einwenig vom Weg abgekommen, Matsch steil bergab, Hans Günter unser Mountainbike Begleiter sitzt aber noch fest auf dem Sattel, er hat Erfahrung, auf ihn ist Verlass. Ein Pfeifen durchdringt die Nacht, das ist Otmar, er sieht uns den Berghang runter kommen und warte unten auf der Strasse. Leute kommen aus den Häusern und schauen verwundert. Was machen die da, es ist doch lange Schlafenszeit? Nach ein paar Km in Richtung Kreuzau, wird es Zeit, dass wir uns in Richtung Burg aufmachen. Die letzten Km geht es über Kopfsteinpflaster bergauf. Bengalisches Feuer erhellt die dunkle, aber trockene Nacht. Durch den von Burglöwen bewachte Eingang müssen wir durch, wir  haben keine Angst, wir sind am Ziel und sehen Stefan, der auf uns wartete. Nach dem wir uns dann alle ins Gästebuch der UFO eingetragen haben, startet er, begleitet von seinem Vater Konrad (Verpflegung) in Richtung Jülich. Gute Reise durch die Nacht mein Freund.

Nach dem ich dann zu Hause war, konnte ich nur schwer einschlafen, ich glaube das ich jeden km mit Stefan unterwegs war. In den frühen Morgenstunden, bin ich dann doch mal eingeschlafen und er musste die letzten Km alleine laufen.

 

Günter

Bericht vom Stefan (2. Deutschland-Etappenläufer)

Ganz Europa mit Staffelstab erlaufen

weiterer Bericht

fanion-témoin de l'Ultrafondus Méga Toff

Wo sind sie denn, wann sind wir dran?

Ultrafondus UFO

Mitorganisator Les Coureurs Celestes

Bilder vom 27.03.2008   2. und 3. Deutschlandetappe  

Bilder vom Testlauf

Was ist der Ultrafondus Méga Toff (UMT)?

An einem schönen Tag hatte jemand irgendwo in Frankreich die Idee, eine Staffel mit Ultraläufern zu organisieren und so alle französischen Provinzen zu verbinden.
Diese Staffel muss Tag und Nacht durchgehen und jede Etappe muss auch ein Ultralauf sein (also mindestens 43 Kilometer). Läufer für dieses verrückte Projekt wurden gesucht und gefunden. In der Wallonie sah man etwas schönes aufblühen und entschloss sich die wallonischen Provinzen hinzu zu fügen.
Also konnten auch die Flamen und die Holländer nicht bloß zusehen... Mittlerweile machten auch Läufer aus dem Vereinten Königreich, Italien, der Schweiz, Deutschland und Luxemburg beim Projekt mit. Auch Läufer aus Finnland und Reunion sind interessiert.
Wichtigste Kennzeichen:

Sonst kann der Läufer selber entscheiden was er machen will. Also er kann selber entscheiden, wie er laufen will. Er kann durch Freunde und Familie begleitet werden und sogar die ganze Verwandtschaft mitnehmen. Er kann große Straßen nehmen oder kleine Wege. Er kann zum Beispiel die Zugspitze besteigen oder eine Runde um dem Reichtag drehen...